Grenzformalitäten 3.0

Nach den umfangreichen  Grenzformalitäten in der Ukraine befürchteten wir nun das Schlimmste bei der Einreise nach Russland. Durch die Nettigkeiten der ukrainischen Zöllner reisten wir ja  nun über einen völlig anderen Übergang als im Visum angegeben ein.

Die russische Grenze hat uns allerdings dann sehr angenehm überrascht. Zu uns wurde ein junger Soldat geschickt. Er begrüßte uns im perfekten Englisch und bat uns, weiter mit ihm zu kommen, um die Formalitäten zu erledigen. Wir waren skeptisch, aber nach den letzten Ereignissen war das wie Balsam auf unsere Seele und Nerven. In einer kleinen Holzhütte wurden alles Formulare ausgefüllt und in einen Computer eingegeben, der freundliche Zollbeamte half uns, die in kyrillisch gedruckten Formulare auszufüllen. Ein Teil der Dokumente erhielten wir zurück mit der Ansage, ohne die würden wir Russland nicht verlassen können. Also packten wir die Kopien sorgfältig in unsere Taschen. Dann spuckte der Computer noch einen Aufkleber mit einem OCD Code aus, der wurde auf unser Dokument geklebt und los gings. Gute Reise rief er uns zu!

Und wir durften weiterfahren.

 

In Russland hat jede Busshaltestelle eine Toilette in abenteurlichen Farben. Das hat uns über die Häufigkeit der Bussverbindung zu denken gegeben.

Der Weg nach Süden

Unser Route führte über Wolgograd, dann entlang der Wolga Flusses nach Astrachan. In Wolgograd hatten wir ein schweres Gewitter so dass wir auf eine Übernachtung dort verzichtet haben. Später haben wir erfahren, dass gerade zu diesem Zeitpunkt dort eine Malaria-Seuche ausgebrochen ist.

Auf dem Weg nach Astrachan haben wir in einem sehr merkwürdigen Restaurant etwas gegessen. Weit und breit war nichts zu sehen, nur die Strasse, keine Geste, draußen Gewitter.  Dieses Restaurant konnte ohne jegliche Dekoration als Kulisse für einen Film von Quentin Tarantino dienen. Antje wollte hier keine fünf Minuten länger als nötig bleiben somit haben wir uns wieder auf den Weg  gemacht.

In Astrachan angekommen fanden wir ein kleines Hotel an der Strassenkreuzung. Ein Zimmer wurde für uns vorbereitet. 

Im Hotel habe ich angeblich eine halbe Nacht mit mongolischen Fußballspieler (?) und mehreren Flaschen Wodka verbracht, woran ich mich nicht so richtig erinnern kann. Wir lernten dort viele interessante Mongolen und Chinesen kennen und führten Gespräche über alle Probleme dieser Welt. Morgens früh stürmte um 9 Uhr das “Zimmerservice” unsere Tür und es wurden heiße Würstchen mit Speck, Eier oder Bratkartoffel zum Frühstück hingestellt. Draußen waren schon 30° Hitze! Alleine von dem Geruch war uns beiden so schlecht, dass wir nichts frühstücken konnten sondern schnell alles eingepackt haben und wegfuhren. Nach einem herzlichen Abschied von allen, die sehr nett und hilfsbereit waren, fuhren wir zur russisch-kasachischen Grenze. Unser Weg nach Atyrau führte durch eine uralte Pontonbrücke über Wolga. Hier war für unseren TomTom Schluß und Ende der zivilisierten Welt.

Fazit:

In Russland ist sehr angenehm zu reisen. Es gab nur gute Straßen, nette Leute, interessante Gespräche, leckeres Essen und Trinken und keine Polizeikontrollen:). Es ist aber kein Land für Vegetarier!

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