Tajik Rallye 2012

Dezember 2011

 

Es sollte eigentlich ein Witz von Falco sein, uns einen unmöglichen Urlaubsvorschlag für Abenteuer zu präsentieren. Die Idee war einfach: mit einem klapprigen, alten, kleinen Auto 10000 km durch die Steppe, höhe Berge und Wüste Richtung Asien zu fahren. Und das alles noch für einen guten Zweck. Es ging hier um die Tajik Rallye.

 

Falko ahnte aber nicht, dass wir diese Idee so toll fanden, dass wir uns nach einem Tag Überlegung für die Tajik Rallye 2012 angemeldet haben. Und wir ahnten auch nicht, was auf uns zukommt.

 

Die Teilnahmebedingungen waren 2012 recht einfach.

Man nehme ein mindestens 10 Jahre altes Auto mit maximal 1L großem Motor und das war alles. Damit sollte man 10 000 km von Deutschland nach Tajikistan in ca. 3 Wochen schaffen. Das Auto sollte nach Ankunft gespendet werden. Das Geld vom Verkauf ging an die Habitat For Humanity (HFH), die auch in Tadschikistan tätig sind. Auch alle Spenden, die man vorher oder während der Fahrt noch eingesammelt hat, wurden für humanitäre Zwecke vor Ort gespendet. Die Endsumme entscheidet ob man gewinnt, nicht die Geschwindigkeit oder Zeit.

 

Für diejenigen, die das nicht kennen: das sind ganz kleine "Kisten" wie z.B. Peugot 106 oder 205, VW Polo, Opel Corsa oder Fiat Panda. Alles uralt und mit einem Mini-Motor :) von 40-50PS. Normalerweiser hat man Glück, es mit so einem alten Auto bis zur nächsten Stadt ohne Probleme zu schaffen. Wir sollten es damit bis nach Dushanbe in Zentralasien schaffen?! Geile Idee, oder?

 

Bei einem Glass Rotwein habe ich mit Antje ganz schnell und nur grob die Strecke festgelegt. Sie führte von Deutschland nach Polen zu meiner Mutter und Vater. Ich wollte mich dort ordenlich von den beiden verabschieden  ("man weiss ja nie, was während so eine Reise passiert" - meinte mein Vater). Von dort in die Ukraine, Russland, Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan.

Info über Tajikistan (auf deutsch Tadschikistan) findet ihr bei Medicine around the word oder hier anklicken :)

Januar bis März die Vorbereitungen

Nach  grober Streckenplanung, überlegten wir uns “womit und wie”. Wir brauchten ein Auto, ein Logo und  einen Teamnamen. Ferner dachten wir an Sponsoren, da es sich bei Tajik Rally um eine charity Rally handelt.

Zur Fahrzeugwahl hatte uns Jens, Chef der KFZ-Werkstatt in Aurich-Schirum beraten. Wir haben uns für einen Polo 6N entschieden. Da wir das Auto als Spende haben wollten, besuchten wir eine Wiederverwendungs- und Recycling-Firma sowie Schrottplätze. Dort haben wir den netten und kompetenten Mitarbeiter Rainer kennengelernt. Rainer war von der Idee so begeistert dass er uns einen sechzehnjährigen Polo N6 in “relativ” gutem Zustand besorgte. Zusätzlich haben wir noch zwei Kotflügel und kleine Ersatzteile ergattert. Ein Kaufvertrag mit einem Kaufpreis von 1 € wurde aufgestellt, über den Preis wurde nicht verhandelt :). Der Polo durfte nicht in Deutschland angemeldet werden und war für Export bestimmt.

 

Zurück in die Werkstatt, nach einem kurzen Gespräch hatten sich Jens und seine Frau Heike auch von der Idee beflügeln lassen (“wieso nicht”) und bereit erklärt, unser technischer Support zu sein und auch das Rallye Auto für die Reise einigermaßen vorzubereiten. Es waren keine besondere Umbauten wie Höherlegung oder Verstärkungen vorgesehen. Wir wollten mit einem normalen Serienauto die Reise schaffen. Allerdings brauchten wir einen TÜV.

Vorbereitung Phase II

 

Suche nach Sponsoren

(März bis Juni)

Dank der hervorragenden Arbeit sämtlicher Jungs in der Werkstatt war das Auto schon in Kürze fertig und auch mit TÜV Plakette ausgestattet. In der “Bucht” haben wir noch zwei Ersatzräder und einen Dachgepäckträger gekauft. Das Karussell drehte sich immer schneller und schneller. Wir besuchten zahlreiche Firmen, Privatleute und Unternehmen, waren beim Radio und in der Zeitung. Alle waren sehr nett, hilfreich und spendeten was sie konnten. Wir  haben z.B. kostenlose Flyer von der Firma Printoo in Leer, Ersatzteile vom VW-Händler in Emden, Aufkleber mit der Strecke, unser Logo und sogar Rally-Streifen für das Auto von der Firma Wirtzema in Aurich (Marco vielen Dank!) ergattert. Eine kleine finanzielle Unterstützung des Auricher Bürgermeisters Herrn Windhorst sowie unseres Arbeitgebers der UEK Aurich haben wir ebenfalls erhalten.

Unser Rallyefahrzeug war mittlerweile schon voll mit verschiedenen Aufklebern der Sponsoren verschönert.

In den letzten zwei Monaten vor der Rallye sind wir überall mit dem Auto hingefahren, um diese wertvolle Idee weiter zu verbreiten, aber auch um das Auto "auf Herz und Nieren"  zu testen. Probleme gab es keine. Wie man sieht, hat das Auto dort schon die roten Zollkennzeichen auf dem Foto.

 

Als Chirurgen konnten wir nicht wiederstehen, unseren Gefährt "MASH"-One zu nennen (alte amerikanische Serie über Kriegschirurgen, mal lustig aber auch öfter sozialkritisch)

Planung Teil III

 

Nun hat sich Antje an den Rechner hingesetzt und die ganze Strecke ausgearbeitet. Nördlich um den Aralsee oder einfach Luftlinie durch due usbekische Wüste. Antje entschied sich für die Strecke durch die Wüste (Woj: "was heisst hier Strasse, das sind SPUREN im SAND!!!")  

Visum wo und wie lange? Unsere Reisekasse - welche Währung und wieviel? Übernachtungen (wann sind wir wo?) in Hotels und Couchsurfing, sogar Impfungen! Diese Arbeit hat sie etwas Nerven gekostet aber dann waren die wichtigsten Vorbereitungen fertig. Danach haben wir unzählige Visaanträge ausgefüllt. Da wir zum großen Teil im Zelt beziehungsweise im Auto schlafen mussten, waren unsere Angaben über Hotels meist aus der Luft gegriffen. Offiziell muss man sich in vielen Ländern bei der Polizei melden und eine Registrierung tätigen. Ansonsten wäre eine weitere Reise oder Ausreise nicht möglich.

Ready to go!

Polen

Ukraine

Russland

Kasachstan

Usbekistan

Tajikistan

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